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Pressemitteilungen 2015

18.11.2015
Live-Sportwetten gerade für junge Männer riskant

BZgA weist zum internationalen Männertag am 19. November auf erhöhtes Suchtpotenzial der Live-Sportwetten hin

Köln, 18. November 2015. Wer gewinnt die nächsten Spiele in der Fußballbundesliga oder der Champions League? Gerade junge Männer glauben hier die richtige Antwort zu wissen - und tippen online bei Sportwettanbietern oder auf Tippscheinen im Wettbüro darauf. Sie setzen zum Beispiel in sogenannten „Live“-Wetten Geldeinsätze auf Ereignisse während des Spiels: Welche Mannschaft den ersten Freistoß bekommt oder welcher Spieler als erster eine gelbe Karte sieht. Die direkte Einbeziehung der Wettteilnehmer in das Spielgeschehen verführt dazu, deutlich mehr Geld einzusetzen als eigentlich geplant und das bei in Deutschland zumeist illegalen Sportwetten-Anbietern.

Ergebnisse einer repräsentativen Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zeigen, dass in Deutschland Männer etwa fünfmal häufiger an Sportwetten teilnehmen als Frauen. Bei den Live-Wetten tippen Männer sogar rund achtmal häufiger als Frauen. Insbesondere junge Männer finden Sportwetten interessant: 7 Prozent der 16- bis 25-Jährigen haben im Befragungszeitraum Erfahrungen mit Sportwetten gemacht. Ein erhöhtes Suchtrisiko haben neben jungen Männern auch Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen mit niedrigerem Bildungsniveau.

„38,8 Prozent derjenigen, die bei Sportwetten mitmachen, zeigen laut unserer Befragung ein problematisches beziehungsweise pathologisches Wettverhalten“, betont Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA. „Unser Ziel ist es, vor allem die Problemzielgruppe der jungen Männer für die mit Sportwetten verbundenen Risiken zu sensibilisieren, ihnen mit unseren Angeboten Hilfestellung zu geben und Wege aufzuzeigen, wie man kritisch-verantwortungsvoll mit Sportwetten umgeht.“

Die BZgA hat zum Thema Sportwetten zwei neue Informationsmaterialien erarbeitet: Die Broschüre und der Flyer „Wetten, du gibst alles?“ richten sich insbesondere an junge Männer mit der Zielsetzung, den eigenen Umgang mit Sportwetten zu reflektieren. Die Materialien erklären die speziellen Gefahren von Sportwetten und helfen Sportwetten nutzenden Personen und ihren Angehörigen mit praktischen Tipps. Die Broschüre und der Flyer sind auch in Englisch, Polnisch, Russisch, Türkisch und Arabisch erhältlich, um möglichst viele Menschen zu erreichen.

Auf dem neu gestalteten BZgA-Internetportal www.check-dein-spiel.de können Betroffene in einem Selbsttest ihr Spielverhalten einschätzen lassen. Weiterhin finden sie Hilfe in einer Chat-Sprechstunde und können an einem Online-Ausstiegsprogramm teilnehmen. Interessierte, Angehörige oder Multiplikatoren erhalten weiterführende Informationen über Glücksspiele und die damit verbundenen Risiken. Auf dem Portal sind per Suchfunktion professionelle Anlaufstellen bei problematischem Glücksspielverhalten zu finden. Unter der kostenlosen Rufnummer 0800-137 27 00 bietet die BZgA eine anonyme telefonische Beratung bei Fragen rund um Glücksspielsucht an.

Die neue Broschüre der BZgA zum Thema Sportwetten sowie weitere Informationsmaterialien zu Glücksspiel und Glücksspielsucht können kostenfrei bestellt werden über:

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 50819 Köln
Fax: 0221-8992257
E-Mail: order@bzga.de oder unter http://www.bzga.de/infomaterialien/gluecksspielsucht/
z.B. die Infobroschüre „Wetten, du gibst alles?“ unter der Bestellnummer: 33211500

Die Ergebnisse der Repräsentativbefragung der BZgA „Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht in Deutschland 2013“ finden Sie unter:
http://www.bzga.de/forschung/studien-untersuchungen/studien/gluecksspiel/

Informationen und weiterführende Links zum Thema Glücksspiel finden Sie auch unter:
http://www.maennergesundheitsportal.de/themen/suchtpraevention/spielsucht/

(Diese Pressemitteilung können Sie als PDF-Datei herunterladen)

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung / Maarweg 149-161 / 50825 Köln / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300 /
E-Mail:
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Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.