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Forschung

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Studien

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Der Cannabiskonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland

Ergebnisse des Alkoholsurveys 2016 und Trends

Ergebnisse

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minus Steckbrief

Steckbrief

Projekttitel

Alkoholsurvey 2016

Ziele

Untersuchung zum Alkoholkonsum, zu Wissen, Einstellungen, Selbstwirksamkeit, sozialen Normen und der kommunikativen Erreichbarkeit Jugendlicher und junger Erwachsener durch Präventionsmaßnahmen zu Alkohol sowie Untersuchung zum Rauchen und zum Cannabiskonsum

Untersuchungsmethodik

Seit 2010 in zweijährigem Abstand wiederholte deutschlandweite Repräsentativbefragung der 12- bis einschließlich 25-jährigen Bevölkerung

Verfahren der Datenerhebung

Computergestützte Telefoninterviews (CATI)

Auswahlverfahren

Kombinierte Auswahl aus den Auswahlrahmen der Festnetztelefon- und Mobiltelefonnummern
(Dual-Frame-Ansatz)
Festnetztelefon:
Mehrstufige Zufallsauswahl aus dem ADM Telefon-Mastersample (Computergenerierte Zufallstelefon-nummern, Zufallsauswahl von 12- bis 25-Jährigen im Haushalt)
Mobiltelefon:
Einfache Zufallsauswahl aus dem ADM-Auswahlrahmen für Mobiltelefonie

Ausschöpfung

Festnetzstichprobe: 47,6 %
Mobiltelefonstichprobe: 31,1 %

Stichprobengröße

Insgesamt 7.003 Befragte (100 %)
davon 4.921 per Festnetztelefon (70,3 %)
und 2.082 per Mobiltelefon (29,7 %)

Befragungszeitraum

10. März bis 8. Juni 2016

Interview­programmierung, Stichproben­beziehung, Daten­erhebung, Gewichtung

forsa.
Gesellschaft für Sozialforschung und statistische
Analysen mbH

Studienplanung, Daten­analyse und Bericht­erstattung

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln
Referat 2-25 - Forschung, Qualitätssicherung
Boris Orth und Christina Merkel


minus Zusammenfassung

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) untersucht regelmäßig mit wiederholten, repräsentativen Querschnittsbefragungen den Konsum legaler und illegaler Substanzen Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland, darunter den Cannabiskonsum. Auch in der jüngsten Studie, dem Alkoholsurvey 2016, wurden Fragen zum Cannabiskonsum gestellt. Somit kann mit dieser Studie die Verbreitung des Cannabiskonsums im Jahr 2016 beschrieben werden. Außerdem können - aufbauend auf vorherigen Studien - Trendverläufe dargestellt und Veränderungen im Cannabiskonsum beobachtet werden.

Methodik
In der Studie des Jahres 2016 wurde eine für Deutschland repräsentative Stichprobe von 7.003 Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 12 bis 25 Jahren mit computergestützten Telefoninterviews (CATI) befragt. Der Alkoholsurvey 2016 wurde wie schon der Alkoholsurvey 2014 und die Drogenaffinitätsstudie 2015 im Dual-Frame-Ansatz durchgeführt, d. h. die Stichprobe wurde über Festnetztelefonnummern und Mobiltelefonnummern gewonnen und über Festnetz- und Mobiltelefon befragt. Außerdem wurden die Daten bei Auswertungen für das Jahr 2016 nach Region, Alter, Geschlecht und Bildung der Befragten gewichtet. In den Trends werden wegen der besseren methodischen Vergleichbarkeit zu den Studien der Jahre 2001 bis 2012 ausschließlich Daten der Festnetzstichproben verwendet und die Daten nicht nach Bildung gewichtet.

Cannabiskonsum im Jahr 2016
Auf Grundlage der Dual-Frame-Stichprobe mit Bildungsgewichtung zeigt sich für das Jahr 2016, dass in Deutschland knapp jeder elfte Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren (8,7 %) mindestens einmal im Leben Cannabis konsumiert hat (Lebenszeitprävalenz). 6,9 % der 12- bis 17-Jährigen konsumierten in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung die illegale Droge Cannabis (12-Monats-Prävalenz) und 1,5 % haben in den letzten zwölf Monaten regelmäßig, d. h. mehr als zehnmal, Cannabis konsumiert.

Bei jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren ist der Cannabiskonsum deutlich weiter verbreitet. Mehr als ein Drittel dieser Altersgruppe (35,8 %) hat Cannabis zumindest einmal ausprobiert, 18,9 % haben in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung Cannabis genommen und 5,4 % konsumieren regelmäßig Cannabis.

Im Cannabiskonsum gibt es Geschlechtsunterschiede. Mehr männliche als weibliche Jugendliche und junge Erwachsene konsumieren Cannabis. Konsumunterschiede in Abhängigkeit von sozialen Merkmalen wie Schultyp, Ausbildung oder Berufstätigkeit sind nicht festzustellen.

Trends des CANNABISkonsums
Aus Gründen der methodischen Vergleichbarkeit wird für die Bewertung der zeitlichen Trends in 2016 wie in den Vorjahren die Festnetzstichprobe zugrunde gelegt. Nach einer in den 2000er Jahren zunächst rückläufigen Entwicklung zeigen die aktuellen Zahlen der BZgA erneut Anstiege des Cannabiskonsums unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

So steigt bei den männlichen 12- bis 17-jährigen Jugendlichen die 12-Monats-Prävalenz von 6,2 % (2011) auf 9,5 % (2016) und die Verbreitung des regelmäßigen Konsums von 1,0 % (2010) auf 2,4 % (2014) an. Bei den weiblichen 12- bis 17-jährigen Jugendlichen hingegen zeichnet sich ein leichter Rückgang ab. Die 12-Monats-Prävalenz sinkt von 6,4 % (2014) auf 4,2 % (2016) und die Verbreitung des regelmäßigen Konsums von 1,5 % (2014) auf 0,3 % (2016).

In der Gruppe der jungen Männer im Alter von 18 bis 25 Jahren sind die signifikanten Zunahmen der 12-Monats- und 30-Tage-Prävalenz in dem Zeitraum von 2008 bis 2016 hervorzuheben. Die 12-Monats-Prävalenz hat sich seit 2008 um acht Prozentpunkte (14,8 % im Jahr 2008 gegenüber 22,9 % im Jahr 2016) und die 30-Tage-Prävalenz um knapp vier Prozentpunkte (6,0 % im Jahr 2008 gegenüber 9,8 % im Jahr 2016) erhöht. Bezogen auf die letzten zwölf Monate konsumiert somit fast jeder vierte junge Mann mindestens einmal Cannabis. Auch für die Gruppe der 18- bis 25-jährigen jungen Frauen finden sich für die 12-Monats-Prävalenz und den regelmäßigen Cannabiskonsum für den Zeitraum von 2008 bis 2016 Hinweise für eine ansteigende Tendenz.

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Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.