Schutzimpfungen zur Prävention von Infektionskrankheiten zählen zu den kostengünstigsten und effektivsten medizinischen Interventionsmaßnahmen. Neben dem persönlichen Impfschutz ist ebenso das Erreichen eines kollektiven Impfschutzes beim Großteil der impfpräventablen Infektionen entscheidend, um vulnerable Gruppen in der Bevölkerung, die aus verschiedenen Gründen nicht geimpft werden können, zu schützen. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, das Wissen über den Nutzen von Schutzimpfungen in der Bevölkerung zu verankern und die Impfbereitschaft zu erhöhen. Dieses Ziel hat sich auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Rahmen ihrer Aufklärungs- und Motivationsarbeit zum Impfen sowohl im Schwerpunktbereich der saisonalen Grippeimpfung als auch im Schwerpunktbereich der Grundimmunisierung von Kindern und Jugendlichen gesetzt. Neben einem breiten Angebot an Broschüren stellt die BZgA seit 2010 auf dem Internetportal www.impfen-info.de ein interessenneutrales, auf dem aktuellen Kenntnisstand basierendes Informationsangebot zum Thema Impfen sowie begleitende Hygienemaßnahmen zum Infektionsschutz bereit. Das Internetportal richtet sich an die Allgemeinbevölkerung und klärt über die Gefahren impfpräventabler Krankheiten und Möglichkeiten ihrer Verhütung auf.
Grippeschutzimpfung
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und das Robert Koch-Institut (RKI) haben im Jahr 2006 gemeinsam mit Maßnahmen zur Steigerung der saisonalen Influenza-Durchimpfungsrate begonnen. Ziel der Maßnahmen ist eine Erhöhung der Durchimpfungsrate der Allgemeinbevölkerung über eine verstärkte Zunahme der Durchimpfung bei den von der Ständigen Impfkommission (STIKO) benannten Risikogruppen: Menschen über 60 Jahre, b) chronisch Kranke jeden Alters, c) Schwangere und d) medizinisches Personal.
Die echte Virusgrippe (Influenza) ist keine einfache Erkältungskrankheit (oder ein „grippaler Infekt“), sondern stellt eine ernsthafte Erkrankung dar. Insbesondere für ältere Menschen und Personen mit Grunderkrankungen bedeutet die Influenza aufgrund möglicher schwerwiegender Komplikationen durch bakterielle Superinfektionen eine erhebliche gesundheitliche Bedrohung. Auch Schwangere haben aufgrund verschiedener körperlicher Veränderungen ein erhöhtes Risiko sich anzustecken sowie schwerere Krankheitsverläufe zu erleiden. In einer durchschnittlichen Influenzasaison können in Deutschland zwischen 2 und 5 Millionen zusätzliche Arztbesuche, ca. 10.- 20.000 Krankenhauseinweisungen und je nach Stärke der Influenzasaison zwischen 7.000 und 14.000 zusätzliche Todesfälle auftreten.
Auch für medizinisches Personal in Krankenhäusern, Alten/Pflegeheimen und Arztpraxen stellt eine Infektion mit dem Influenzavirus eine gesundheitliche Bedrohung dar. Angehörige des medizinischen Personals haben durch die Vielzahl von Kontakten mit Patienten und Bewohnern ein erhöhtes Risiko, sich mit den Influenzaviren zu infizieren. Gleichzeitig können diese das Virus an die Patienten und Bewohner weitergeben, für die eine Erkrankung aufgrund eines oftmals weniger guten Allgemeinzustands eine erhebliche Bedrohung darstellen kann.
Die wirksamste Art eine Ansteckung zu verhindern ist eine Impfung. Die Influenzaimpfung ist eine sichere, effektive und kostengünstige Präventionsmaßnahme. Sie sollte rechtzeitig vor Beginn der winterlichen Grippe-Saison im Oktober oder November erfolgen und muss jedes Jahr wiederholt werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat für das Jahr 2010 eine Durchimpfungsrate von 75% für ältere Menschen und chronisch Kranke als Ziel postuliert. Aktuell liegt die Durchimpfungsquote bei ca. 50% in der älteren Bevölkerung, bei ca. 30% bei chronisch Kranken und bei ca. 22% bei medizinischem Personal. Für alle drei Risikogruppen besteht daher ein erheblicher Interventionsbedarf.
Die Materialien der Kampagne können über das Online-Bestellsystem angefordert und angeschaut werden.
Persönlicher Infektionsschutz- Hygiene
Neben der Impfung verringern geeignete Hygienemaßnahmen effektiv die Verbreitung von Krankheitserregern insbesondere der Influenza. Häufiges und richtiges Hände waschen sowie richtiges Husten und Niesen in die Armbeuge bzw. in ein Einmaltaschentuch sind wichtige Verhaltensempfehlungen, um sich selbst aber auch andere und besonders gefährdete Personen wie Säuglinge und chronisch Kranke vor Infektionen zu schützen.
Viele Krankheitserreger wie die Atemwegsviren verbreiten sich über Tröpfchen, die beim Sprechen, Husten und Niesen entstehen. Viren und Bakterien können aber auch von kontaminierten (verschmutzten) Flächen wie Türklinken über die Hände an Mund, Nase oder Augen anderer gelangen und so übertragen werden. Durch regelmäßiges Händewaschen können die Infektionsraten von Lungenentzündungen um die Hälfte, die von Durchfallerkrankungen um ein Drittel reduziert werden.
Kinder und Jugendliche sind sowohl aufgrund ihres noch unreifen Immunsystems, als auch aufgrund ihrer zahlreichen sozialen Kontakte und körperlichen Nähe zu anderen Kindern besonders häufig von Infektionskrankheiten betroffen. Akute Atemwegs- und Magendarminfekte zählen zu den häufigsten Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Zudem tragen Kinder und Jugendliche in erheblichem Maße zur schnellen Verbreitung von Infektionen bei. Da Hygieneverhaltensweisen nicht angeboren sind, müssen sie möglichst frühzeitig im Kindesalter vermittelt werden, um so Eingang in alltägliche Routinehandlungen zu finden.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat deshalb im Rahmen der Aktion "schütz ich mich - schütz ich dich" drei unterschiedlich gestaltete Medienpakete für Kindertagesstätten, Grundschulen sowie weiterführende Schulen der Sekundarstufe I erstellt. Die Medien informieren über das richtige Händewaschen und richtiges Husten und Niesen.
Die Medien der Kita- und Schulaktion können über das Online-Bestellsystem kostenlos angefordert und angeschaut werden.
Quellen: KiGGS, Epi Bull 22, 46, Luby, Ejemot
Informationen zu EHEC:
bzga.de/infektionsschutz
Informationen zum Impfen:
impfen-info.de
Informationen zur Grippe
bzga.de/schweinegrippe
Themenspezifische Medienlisten zu den einzelnen Schwerpunktthemen der BZgA
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Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.