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Pressemitteilungen

11.06.2018
Neue Daten der BZgA: Glücksspiel in Deutschland

BZgA weist zur Fußball-Weltmeisterschaft auf erhöhtes Suchtpotenzial von Sportwetten hin

Neue Ergebnisse der Repräsentativbefragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung  (BZgA) „Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht in Deutschland 2017“ zeigen, dass rund 1,4 Millionen Menschen in Deutschland innerhalb der letzten zwölf Monate auf ein sportliches Ereignis gewettet haben. Besonders für junge Männer sind Sportwetten attraktiv: 5,7 Prozent der 16- bis 25-Jährigen haben im genannten Zeitraum Erfahrungen mit Sportwetten gemacht. Von ihnen setzen rund 20 Prozent mindestens wöchentlich Geld auf Sportereignisse.

Wer Fußball-Weltmeister 2018 wird, meinen viele Fußballfans zu wissen. Der Reiz, darauf zu wetten, ist groß. Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft weist die BZgA darauf hin, dass Sportwetten mit einem hohen Risiko für eine Suchtentwicklung verbunden sein können. Kritisch sind vor allem sogenannte Live-Wetten -  insbesondere die Ereignis-Wette, bei der Geldeinsätze auf bestimmte Ereignisse während eines Spiels abgegeben werden können.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, erklärt: „Spieler müssen wissen, dass Online-Sportwetten in Deutschland bisher grundsätzlich verboten sind. Das heißt: Keine Rechtssicherheit - keiner kann garantieren, dass man den Gewinn auch erhält, den man gewonnen hat. Darüber hinaus bergen Sportwetten ein hohes Suchtpotenzial, können Menschen in den finanziellen Ruin treiben und Familien auseinander bringen. Ich appelliere an dieser Stelle daher erneut an die Länder: Novellieren Sie den Glückspielstaatsvertrag und klären Sie die Bedingungen für die Sportwetten im Netz. Der Jugend- und Spielerschutz muss an erster Stelle stehen, nicht der Eifer nach den höchsten Gewinnen!“

„In der BZgA-Befragung geben sieben Prozent der Befragten an, jemals in ihrem Leben an Sportwetten teilgenommen zu haben. Dies entspricht rund vier Millionen Personen“, betont Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA. „Die Hoffnung auf den großen Gewinn verführt dazu, dass unkontrolliert gespielt wird und die Risiken unterschätzt werden. Wer wettet, setzt sein Geld auf die Mannschaft, die seiner Meinung nach die besten Gewinnchancen hat. Doch sind Sportwetten Glücksspiele und ihr Ausgang hängt vom Zufall ab. Auch Erfahrungen durch aktive Teilnahme am Sport oder jahrelange Fußball-Leidenschaft verhelfen nicht zum Gewinn. Besonders problematisch ist, dass Sportwetten rund um die Uhr online angeboten werden und dadurch leicht und ständig verfügbar sind.“

Die BZgA informiert seit 2007 über die Risiken von Glücksspielen und führt alle zwei Jahre Repräsentativbefragungen zum Glücksspielverhalten und zur Glücksspielsucht in Deutschland durch. Für die neue Studie wurden bundesweit 11.500 Personen im Alter zwischen 16 und 70 Jahren im Zeitraum von April bis Juli 2017 befragt. Nach den Ergebnissen der Befragung gelten aktuell in Deutschland 326.000 Menschen als problematisch und 180.000 als pathologisch Spielende. Die Folgen der Glücksspielsucht können gravierend sein. Sie reichen von familiären Problemen bis hin zur völligen Überschuldung.

Informationen und Unterstützungsangebote der BZgA zur Prävention von Glücksspielsucht:

Von Glücksspielsucht Betroffene werden von der BZgA unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1 37 27 00 persönlich und anonym beraten und an Hilfsangebote vor Ort vermittelt. Auch Angehörigen bietet die Telefonberatung der BZgA hilfreiche Unterstützung.

Daneben finden Interessierte auf den BZgA-Internetseiten www.spielen-mit-verantwortung.de und www.check-dein-spiel.de ein umfangreiches Informations- und Beratungsangebot mit einem Selbsttest zur Einschätzung des eigenen Spielverhaltens, Verhaltensänderungsprogramm und E-Mail-Beratung.

Die BZgA bietet Broschüren und Flyer zum Thema in Deutsch und ausgewählten Fremdsprachen (Englisch, Französisch, Russisch, Polnisch, Türkisch und Arabisch), unter anderem die Informationsbroschüre und das Faltblatt zum Thema Sportwetten: „Wetten, Du gibst alles?“.

Weitere Broschüren und Faltblätter zum Thema Glücksspielsucht:

  • Broschüre „Wenn Spiel zur Sucht wird“
  • Faltblatt „Allgemeine Informationen zur Glücksspielsucht“
  • Broschüre „Nichts geht mehr? - Was Angehörigen von Glücksspielsüchtigen helfen kann“
  • Broschüre für Jugendliche „Verzockt! - Informationen zur Spielsucht für Jugendliche“.

Die BZgA-Informationsmaterialien zu Glücksspiel und Glücksspielsucht können kostenfrei bestellt werden über:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 50819 Köln
Fax: 0221-8992257
E-Mail: order@bzga.de oder unter www.bzga.de/infomaterialien

Die neue BZgA-Repräsentativbefragung „Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht in Deutschland 2017“ steht unter: https://www.bzga.de/forschung/studien-untersuchungen/studien/gluecksspiel/

(Diese Pressemeldung können Sie als PDF-Datei herunterladen)

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung / Maarweg 149-161 / 50825 Köln / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300 /
E-Mail:
poststelle@bzga.de / E-Mail für Bestellungen von Medien und Materialien: order@bzga.de / www.twitter.com/bzga_de Die BZgA auf Twitter

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.