Hintergrund

Foto eines Leuchtturms als Symbol für Orientierung

EHEC-Ausbruch im Mai/Juni 2011

Im Mai/Juni 2011 war in Deutschland eine Häufung von Infektionen mit EHEC-Darmbakterien O104:H4 (Enterohämorrhagische Escherichia coli) mit schweren Verläufen zu beobachten. Am 26. Juli 2011 haben die Behörden den Ausbruch aufgrund rückläufiger Neuinfektionen für beendet erklärt.

EHEC-Keime zirkulieren immer wieder in der Umwelt und haben in der Vergangenheit wiederholt zu kleinen Ausbruchen geführt. Dem Robert Koch-Institut (RKI) werden durchschnittlich 1.000 Erkrankungsfälle pro Jahr gemeldet. Bei diesem weltweit größten EHEC-Ausbruch mit 4.333 Erkrankungen mit 50 Todesfällen (Stand: 26.07.2011) gab es eine ungewöhnliche Verschiebung bezüglich der Altersgruppe: Während typischerweise Kinder unter 5 Jahren betroffen sind, erkrankten vor allem Erwachsene, darunter viele Frauen. Die Ursache des Ausbruchs sind mit großer Wahrscheinlichkeit Sprossen, die aus Ägypten importierten Bockshornkleesamen gezogen wurden. Zum Schutz vor weiteren Infektionen empfehlen die Bundesbehörden, Bockshornkleesamen und daraus gezogene Sprossen und Keimlinge nicht roh zu verzehren. Auch nach dem Ende des aktuellen Ausbruchs sind weitere Erkrankungen möglich. Der Erreger kann über Schmierinfektionen von Mensch zu Mensch oder auch durch von Infizierten verunreinigte Lebensmittel übertragen werden. Daher ist es unverändert wichtig, zum Schutz vor einer Infektion sorgfältig auf gründliche Hände- und Lebensmittelhygiene zu achten.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und das Robert Koch Institut (RKI) haben die Empfehlung, aus Ägypten importierte Bockshornkleesamen und daraus gezogene Sprossen und Keimlinge nicht roh zu verzehren, auf der Grundlage epidemiologischer Untersuchungen und der Rückverfolgung von Samenlieferungen in Deutschland und anderen EU-Staaten getroffen.

Diese haben ergeben, dass bestimmte Chargen von Bockshornkleesamen mit den EHEC-Ausbrüchen im Mai/Juni 2011 in Deutschland und Frankreich in Verbindung stehen. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wurden diese Chargen aus Ägypten importiert. Die verdächtigen Chargen Bockshornkleesamen aus Ägypten werden derzeit von den Landesbehörden auf allen Stufen vom Markt zurückgenommen. In Privathaushalten noch vorhandene Bockshornkleesamen sollten im Restmüll entsorgt werden.

Die generelle Warnung vor einem Verzehr aller Sorten von Sprossen und Keimlingen wurde auf der Grundlage der Ermittlungsergebnisse am 21.07.2011 aufgehoben. Auch für eine Gefährdung durch Kreuzkontamination anderer Samenprodukte fanden sich keine Hinweise.

Zuvor haben sich bereits die ursprünglichen Hinweise auf eine Übertragung des Erregers durch Gurken, Tomaten und Blattsalate nicht bestätigt. Daraufhin hatten die Bundesbehörden die Empfehlung, vorsichtshalber auf den rohen Verzehr dieser drei Gemüsesorten in Norddeutschland zu verzichten, bereits am 10. Juni 2011 aufgehoben.

Weitere Informationen zu den aktuellen Verzehrempfehlungen finden sich in einer Pressemitteilung des BfR, BVL und RKI unter: www.bfr.bund.de

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