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Foto eines Leuchtturms als Symbol für Orientierung

Hintergrundinformationen zu EHEC

EHEC- Infektionen können Durchfallerkrankungen verursachen. Besonders gefürchtet sind die Keime, weil sie unter Umständen bei einem Teil der Erkrankten zu schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen führen können.
Seit 2001 müssen alle EHEC- Erkrankungen bundesweit gemeldet werden, dies sind üblicherweise etwa 1.000 pro Jahr. Die Häufung der Erkrankungsfälle im Mai und Juni 2011 war daher ungewöhnlich und auch die erkrankten Altersgruppen waren untypisch. Die Übertragung kann über mit den Erregern verunreinigte Lebensmittel oder aber auch von Mensch zu Mensch über so genannte Schmierinfektionen erfolgen. Zum Schutz vor einer Ansteckung ist die Beachtung allgemeiner Regeln zur Hände- und Lebensmittelhygiene wichtig.


Was ist EHEC?
EHEC (Enterohämorrhagische Escherichia coli) sind eine besondere Art von Darmbakterien. Sie produzieren Zellgifte (Shigatoxine bzw. Verotoxine) und können dadurch beim Menschen schwere Erkrankungen auslösen. Gefährdet sind in der Regel vor allem Säuglinge, Kleinkinder, ältere und abwehrgeschwächte Menschen. EHEC kommen natürlicherweise im Verdauungstrakt von Wiederkäuern vor, zum Beispiel bei Rindern, Schafen und Ziegen, ohne dass diese selbst erkranken. Die Tiere scheiden die Bakterien mit dem Kot aus. Da EHEC relativ unempfindlich sind, können sie in der Umwelt, im Boden und im Wasser wochenlang überleben.


Übertragungswege
Die EHEC können auf vielfältige Weise übertragen werden:

  • Über Lebensmittel: Von landwirtschaftlichen Nutztieren gelangen die Erreger häufig bereits beim Melken oder Schlachten in die Milch bzw. auf das Fleisch. Über verunreinigtes Wasser und durch Düngen mit Gülle oder Mist können auch pflanzliche Lebensmittel wie Obst und Gemüse mit EHEC belastet sein. Darüber hinaus kann der Keim aber auch durch unzureichende Küchenhygiene in andere verzehrfertige Lebensmittel gelangen.
  • Von Mensch zu Mensch: Mit EHEC infizierte Menschen scheiden den Keim aus und können Infektionen so auf andere übertragen.
  • Durch direkten Tierkontakt: zum Beispiel auf Bauernhöfen oder in Streichelzoos.
  • Durch verschmutztes Wasser: zum Beispiel beim Baden in durch Tierkot verschmutzten Gewässern.

Für kleine Kinder spielen außerdem durch Fäkalien verschmutzte Planschbecken oder Buddelsand eine Rolle als Infektionsquelle.


Krankeitssymptome
Bei den meisten Erkrankten tritt 3-4 Tage (seltener bis zu 10 Tage) nach der Ansteckung unblutiger, meistens wässriger Durchfall in Erscheinung, der von Übelkeit, Erbrechen und zunehmenden Bauchschmerzen, seltener von Fieber begleitet werden kann. Üblicherweise heilt die Erkrankung von selbst folgenlos aus. Eine EHEC- Infektion kann aber auch ohne Symptome verlaufen und unerkannt bleiben.

In etwa einem Fünftel der Erkrankungsfälle können sich als schwere Verlaufsform blutige Durchfälle mit krampfartigen Bauchschmerzen und teilweise Fieber entwickeln. In der Regel erkranken vor allem Säuglinge, Kleinkinder, alte Menschen und abwehrgeschwächte Personen häufiger schwer. Bei etwa jedem Zehnten bis Zwanzigsten der Erkrankten droht als Folge einer EHEC-Infektion das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS). Eine Erkrankung, die sich in Blutgerinnungsstörungen, einer Zerstörung der roten Blutkörperchen bis hin zum akuten Nierenversagen äußern kann.


Was tun bei Krankheitszeichen?
Suchen Sie beim Auftreten der Symptome, insbesondere beim blutigen Durchfall, Ihren Arzt oder Ihre Ärztin auf. Bei entsprechendem Verdacht werden dort die weiteren notwendigen Schritte eingeleitet, um die Erkrankung zu diagnostizieren und zu behandeln.
Wissenschaftler des Institutes für Hygiene am Universitätsklinikum Münster (UKM) ist es Ende Mai gelungen, einen EHEC-Schnelltest zu entwickelt, mit dem Labore das Darmbakterium EHEC innerhalb weniger Stunden nachweisen können.

Im Allgemeinen gilt:

  • Die Behandlung der Krankheitszeichen kann nur symptomatisch erfolgen, zum Beispiel durch eine genügende Flüssigkeitszufuhr zum Ausgleich der Wasserverluste bei Durchfall und Erbrechen.  
  • Eine Therapie mit Antibiotika ist im Regelfall nicht angezeigt und kann sogar die Bakterienausscheidung verlängern und eine Freisetzung der Giftstoffe erhöhen. Daher sind die neuesten Untersuchungsergebnisse des aktuellen Infektionsgeschehens zur Resistenz des Erregers gegenüber bestimmten Antibiotikagruppen für die Behandlung im Regelfall nicht bedeutsam.
  • Bei Vorliegen eines HUS wird zumeist eine harntreibende Therapie und unter Umständen die Apherese angewendet, ein Blutreinigungsverfahren bei dem krankmachende Bestandteile aus dem Blut entfernt werden können. Im Falle eines Nierenversagens kommt das Dialyseverfahren zum Einsatz.

Ganz wichtig: Ansteckungsrisiko mindern, Hygiene beachten!

  • Händewaschen- die wichtigste Hygieneregel, insbesondere nach dem Toilettengang
  • Personen mit Durchfallerkrankungen sollten keine Speisen zubereiten
  • Hygieneregel bei der Zubereitung von Speisen beachten

Gut zu wissen: viele Krankheitserreger, so auch EHEC, können auch noch nach Abklingen der klinischen Symptome von zuvor Erkrankten für einige Tage bis ca. 4 Wochen mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Daher: Hygieneregeln auch nach durchgestandener Erkrankung sorgfältig beachten.

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