Im Rahmen des Aktionsprogramms des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend "Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme" betreiben die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und das Deutsche Jugendinstitut (DJI) in gemeinsamer Trägerschaft das multiprofessionelle "Nationale Zentrum Frühe Hilfen". Das Zentrum hat im März 2007 die Arbeit aufgenommen. Am 10. Juli 2007 werden die Konzeption und "erste Schritte" der Öffentlichkeit vorgestellt.
Das Zentrum unterstützt die Praxis dabei, Risiken früher und effektiver zu erkennen und adäquate Hilfen bereit zustellen. Die gemeinsame Trägerschaft soll Ausdruck sein für die beispielgebende Entwicklung multiprofessioneller Kooperationen im Arbeitsfeld "Frühe Hilfen".
Die übergeordneten Ziele des "Nationalen Zentrum Frühe Hilfen" sind: Kinder durch eine möglichst wirksame Vernetzung von Hilfen des Gesundheitswesens und der Kinder- und Jugendhilfe früher und besser vor Gefährdungen zu schützen.
Um dieses Ziel zu erreichen muss insbesondere die Erreichbarkeit von Risikogruppen verbessert werden. Hierfür müssen Informationen zusammengeführt und Kriterien entwickelt werden, die es der Kinder- und Jugendhilfe wie den Hilfen des Gesundheitswesens erleichtern, auf eine nicht-diskriminierende Art Risikofamilien zu erkennen und geeignete Präventionsangebote (weiter) zu entwickeln und im sozialen Nahraum der Familien anzubieten. Kinder-, Jugend- und Gesundheitshilfen müssen aufeinander abgestimmte und sich ergänzende Maßnahmen der Prävention anbieten von Maßnahmen der Qualifizierung der Eltern mit kleinen Kindern bis hin zur intensiven sozialpädagogischen Unterstützung von Familien in Krisensituationen. Die jüngsten Fälle von Kindeswohlgefährdungen bis hin zu Kindstötungen von Säuglingen und Kleinkindern verdeutlichen, dass der primärpräventiv fokussierte Auftrag "Früher Hilfen" inhaltlich schnell an die Intervention (sekundäre und tertiäre Prävention) heranreicht. Vor diesem Hintergrund muss die rein primärpräventive Wissensbasis vertieft und die hierauf bezogene praktische Arbeit intensiviert werden, sie bedarf aber darüber hinaus der Erweiterung um die Wissensbreite zu wirksamen Hilfen bei Kindeswohlgefährdungen.
Das Nationale Zentrum "Frühe Hilfen" zielt auf eine wissensbasierte Verbesserung der Praxis im Feld früher Hilfen und den Aufbau einer Präventionskette von der allgemeinen und frühzeitigen Information und Aufklärung über die Kindesentwicklung bei werdenden Eltern, über die Motivation zur Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen und die aktive Verweisung an spezielle Hilfen und Unterstützungen bis hin zur begleitenden Familienarbeit in schwierigen sozialen Lagen. Das in die Regelversorgung zu implementierende System muss auf die lückenlose Identifizierung von Kleinkindern in familialen Risikosituationen ausgerichtet sein, um deren Entwicklung durch Hilfen zu begleiten und zu unterstützen sowie gegebenenfalls - wenn zum Schutz des Kindes erforderlich - auch gegen den Elternwillen zu intervenieren. Im Mittelpunkt sollen Familien mit Kindern vom vorgeburtlichen Alter bis zum Alter von ca. drei Jahren stehen, deren Lebenssituationen durch hohe Belastungen und vielfältige und/oder schwerwiegende Risiken (zum Beispiel Armut, Gewalt oder Suchterkrankung im Elternhaus) gekennzeichnet sind.
Die Website des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen bietet:
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