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Gesundheitliche Chancengleichheit

Eine sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen ist für alle europäischen Länder dokumentiert. Auch in Deutschland besteht ein Zusammenhang zwischen sozialer Lage und dem Risiko zu erkranken oder früher zu sterben. Aus diesem Grund koordiniert die BZgA zusammen mit nationalen und internationalen Kooperationspartnern zwei Projekte (www.gesundheitliche-chancengleichheit.de und www.health-inequalities.eu), deren Ziel es jeweils ist, Maßnahmen und Strategien zum Abbau gesundheitlicher Ungleichheiten anzuregen, Expertise hierüber auszutauschen und Beispiele guter Praxis zu identifizieren und weiter zu verbreiten.

Bundesweiter Kooperationsverbund "Gesundheitliche Chancengleichheit"
Der Kooperationsverbund wurde 2003 von der BZgA initiiert. Er wird getragen aus der Zusammenarbeit zwischen BZgA, allen Landesvereinigungen für Gesundheit, der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung, allen Spitzenverbänden der gesetzlichen Krankenkassen, weiteren Krankenkassen, den kommunalen Spitzenverbänden, der Bundesagentur für Arbeit, den Bundesverbänden der Ärzteschaft, fünf Wohlfahrtsverbänden und drei Länderministerien. Insgesamt sind mehr als 60 Partnerorganisationen im Kooperationsverbund vertreten. Die Arbeit des Kooperationsverbundes wird begleitet durch einen beratenden Arbeitskreis aus Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Das zentrale Ziel ist die Stärkung und Verbreitung guter Praxis in Projekten und Maßnahmen der Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten.

Ein Arbeitsschwerpunkt ist die Auswahl von Beispielen guter Praxis der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung (www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/good-practice). Die anhand von praxisnahen Kriterien ausgewählten Beispiele sollen zur Nachahmung motivieren und damit den Prozess der Qualitätsverbesserung unterstützen.

Um die Vernetzung auf Ebene der Bundesländer zu unterstützen, wurden Koordinierungsstellen Gesundheitliche Chancengleichheit (ehem. „Regionale Knoten“) aufgebaut (www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/koordinierungsstellen) Ihr Auftrag ist es, den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren auf Landes- und kommunaler Ebene anzuregen, Good Practice-Projekte zu identifizieren und zu verbreiten und damit die Qualitätsentwicklung zu fördern.

Ende 2011 wurde der kommunale Partnerprozess „Gesundheit für alle“ gestartet (www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/partnerprozess). Er unterstützt und begleitet Kommunen beim Auf- und Ausbau von integrierten kommunalen Strategien zur Gesundheitsförderung, so genannte „Präventionsketten“. Diese sollen die Voraussetzungen für ein möglichst langes, gesundes und chancengerechtes Leben für alle Menschen in der Kommune verbessern, unabhängig von ihrer jeweiligen sozialen Lage. Vorhandene Kenntnisse, Erfahrungen sowie Ressourcen werden bundesweit auf der Internetplattform inforo-online sichtbar gemacht und fachlich ausgetauscht (www.inforo-online.de/partnerprozess).

Internetangebote:

www.gesundheitliche-chancengleichheit.de
Alle Aktivitäten im bundesweiten Kooperationsverbund werden zentral auf der Internet-Plattform www.gesundheitliche-chancengleichheit.de dargestellt. Hier finden sich umfassende Informationen zur soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung, Veranstaltungshinweise sowie interaktive Angebote zum Fachaustausch. Ein wesentliches Element der Internet-Plattform ist die bundesweite Praxisdatenbank. Mehr als 2.500 Projekte, Programme und Netzwerke sind hier online recherchierbar.

www.health-inequalities.eu
Sozial bedingte gesundheitliche Unterschiede führen in der Lebenserwartung in fast allen EU-Mitgliedsstaaten zu Unterschieden: 4 bis 6 Jahre bei Männern, 2 bis 4 Jahre bei Frauen. Die Unterschiede gemessen für gesunde Lebensjahre liegen bei 15 Jahren. Starke Unterschiede lassen sich auch zwischen den EU-Mitgliedstaaten feststellen.  Entsprechende Unterschiede bestehen für viele Erkrankungen und Risikoverhaltensweisen.  Mittelfristig sollen die Unterschiede des Gesundheitszustandes und der Lebenserwartung zwischen Menschen in schwieriger und besserer sozialer Situation verringert und gleichzeitig der Gesundheitszustand der Bevölkerung allgemein besser werden („Gesundheit für alle“) - sowohl innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten als auch zwischen diesen.

Mit diesem Ziel führt die BZgA seit einigen Jahren in Zusammenarbeit mit der EU-Kommission und dem Europäischen Netzwerk der Gesundheitsförderungsorganisationen, EuroHealthNet, EU-Projekte durch. Zuletzt beteiligte sich die BZgA an der zentralen EU-Joint Action „Equity Action“: www.health-inequalities.eu/HEALTHEQUITY/EN/projects/equity_action/
Dieses Projekt hatte das Ziel, die notwendige Wissensbasis für die Arbeit zum Thema gesundheitlicher Ungleichheiten zu erweitern sowie die Unterstützung von Aktivitäten zur Reduzierung gesundheitlicher Ungleichheiten in den EU-Mitgliedsstaaten zu fördern. Schwerpunkte des Projektes waren u.a. die stärkere intersektorale  Einbeziehung verschiedener Interessensvertreter und Akteure  zur Reduzierung gesundheitlicher Ungleichheiten sowie die Unterstützung von Regionen.

Ab Januar 2016 beteiligt sich die BZgA als Partnerin an einem EU-Projekt zum Thema Intersectoral Health and Environment Research for Innovation (kurz INHERIT). Das im Rahmen des EU-Forschungsrahmenprogramms Horizon 2020 geförderte Projekt hat zum Ziel Strategien und Interventionen zu identifizieren, die auf die Lebensumwelt sowie gesellschaftlichen Bedingungen der Menschen Bezug nehmen, die zu gesunden und nachhaltigen Lebensstilen motivieren und die darauf abzielen, dass gesunde Lebensstile als eine einfache und attraktive Option für alle Menschen wahrgenommen werden.

Gesundheitliche Chancengleichheit

Bildmarke Gesundheitlichen Chancengleichheit - Viele Hände, die sich mit den Fingerspitzen berühren

Internet­plattform mit zurzeit ca. 2.000 Projekten und Maß­nahmen zur Gesund­heits­förderung bei sozial Benach­teiligten.
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Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.