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20.10.2005
Besuch in der Frauenarztpraxis - ein heikles Thema für Mädchen

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung veröffentlicht für Frauenärzte Ratgeber zum Umgang mit jungen Mädchen in der Sprechstunde

Jede zweite 15-Jährige war bereits beim Frauenarzt, im Alter von 17 Jahren sind lediglich 18 Prozent der jungen Frauen noch nicht in der gynäkologischen Praxis gewesen, wie die Repräsentativerhebung zur Jugendsexualität der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zeigt. Fragen zur Verhütung sind mit 60 Prozent der wichtigste Grund für den Frauenarztbesuch. Frauenärzte sind wichtige Ansprechpartner für die Jugendlichen und stehen nach dem Gespräch mit der Mutter und der Freundin an dritter Stelle. Dabei dienen sie als Ansprechpartner bei konkreten gynäkologischen Fragen und übernehmen weniger die Funktion einer Vertrauensperson. Gerade der erste Besuch in einer gynäkologischen Praxis ist für viele Jugendliche mit Angst und Scham besetzt. Auch auf Seiten der Ärztinnen und Ärzte bestehen oft Unsicherheiten im Umgang mit den jungen Mädchen.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat deshalb einen Ratgeber für die Frauenarztpraxis entwickelt. Die Broschüre „Expertinnen in eigener Sache. Mädchen bei der Frauenärztin/ dem Frauenarzt“ gibt praktische und hilfreiche Tipps anhand von konkreten Gesprächsalternativen. Dabei orientiert sie sich an Praxissituationen, die eng an den frauenärztlichen Alltag im ambulanten Bereich angelehnt sind. Oftmals trauen sich die jungen Patientinnen nicht, Fragen zu den Themen zu stellen, die sie eigentlich bewegen. Die Broschüre enthält deshalb wichtige Hinweise, wie die indirekten Botschaften und Fragen eines Mädchens erkannt und beantwortet werden können.

Darüber hinaus informiert die Broschüre über sexuell übertragbare Krankheiten und Aids im Rahmen der ersten gynäkologischen Untersuchung. Viele Menschen wissen über sexuell übertragbare Krankheiten nur unzureichend Bescheid. So kennen nach Untersuchungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung knapp ein Drittel der Bevölkerung keine sexuell übertragbaren Krankheiten. Gerade junge Mädchen sollten über Chlamydien aufgeklärt werden, da eine Chlamydieninfektion die am häufigsten sexuell übertragbare Erkrankung durch Bakterien ist und sie zu Unfruchtbarkeit führen kann. Auch auf Hepatitis B und Herpes-Viren und die klassischen Geschlechtskrankheiten wie Syphilis und Gonorrhöe sollte hingewiesen werden. In allen Fällen vermindern Kondome das Risiko einer Ansteckung deutlich. Gynäkologen sind in diesen Fragen wichtige Ansprechpartner für die Aufklärung von HIV/Aids und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten.

Da im Gespräch mit Migrantinnen ihre kulturelle und religiöse Herkunft mit berücksichtigt werden sollte, wird dieses wichtige Thema ebenfalls in der Broschüre behandelt. Eine ganz besonders schwierige Thematik ist die der sexuellen Gewalt gegenüber jungen Frauen. Hier bestehen sowohl auf Seiten der Patientinnen als auch der Ärzte viele Tabus. Deshalb sind Anleitungen für solch ein schwieriges Gespräch besonders wichtig. Abschließend beinhaltet die Broschüre die rechtlichen Aspekte bei der Behandlung Minderjähriger.

Der Ratgeber ist in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe (DGPFG) erstellt worden.

Die Broschüre „Expertinnen in eigener Sache. Mädchen bei der Frauenärztin/ dem Frauenarzt“ ist kostenlos und kann unter folgender Adresse bestellt werden: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 51101 Köln, Fax: 0221-8992201, e-mail: order@bzga.de, www.sexualaufklaerung.de oder über unser Online-Bestellsystem.

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung / Ostmerheimer Str. 220 / 51109 Köln / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300 /
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Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.