Lehrgangskonzept und Seminaraufbau
Der Lehrgang sollte den Teilnehmenden ermöglichen, selbstständig einen IQZ aufzubauen und durchzuführen. Der Lehrgang begleitete über eineinhalb Jahre (pro Projektphase) die praktische Arbeit der IQZ.
Inhalt
Inhalte und Arbeitsweisen
Konkrete inhaltliche Elemente des Lehrgangs
- Sensibilisierung für das Thema und mögliche Konflikte in der Zusammenarbeit
- Modellhaftes Lernen („Qualitätszirkelprinzip“)
- Erfahrungsbezug (Praxisbegleitung)
- Kleingruppenarbeit
- Kontinuität, Stützung in der und durch die Gruppe
- Teilnehmerorientierung
- Praktische Übungen
- Gezielte Unterstützungsangebote (z. B. praktische Unterstützung bei der Förderung von konkreten kooperativen Arbeitsbeziehungen)
- Gegenseitiges Coaching der Moderierenden
- Einführung in den Umgang mit vorliegenden Materialien
- Unterstützung beim Aufbau einer fachübergreifenden Kooperation
- Anregungen und Begleitung der inhaltlichen IQZ-Arbeit
Arbeitsweisen im Lehrgang
- Intensive Kleingruppenarbeit
- Wechsel von Plenum und Kleingruppe
- Arbeit an konkreten Situationen aus der Arbeitspraxis
- Lernen im Qualitätszirkelmodell
- Aktive Pausen
Einführungsseminar
Das zweieinhalbtägige Einführungsseminar hatte zum Ziel, die Teilnehmenden zu befähigen, in ihrem Arbeitsbereich einen eigenen Qualitätszirkel zu initiieren und zu leiten. Dementsprechend wurde das Qualitätszirkelkonzept erfahrungsnah und mit Bezug auf die jeweilige Arbeitspraxis vermittelt. Die Lehrgangsteilnehmenden bildeten gleichsam einen Qualitätszirkel von Moderierenden und konnten so am eigenen Beispiel die Entwicklung einer Kultur des Feedbacks erproben. Weiterhin sollte bereits frühzeitig ein Netz wechselseitiger Kooperation und Unterstützung aufgebaut werden. Um diese Gruppenbildung zu fördern, wurde den Seminarteilnehmern und -teilnehmerinnen bei Beginn Gelegenheit gegeben, in spielerischer Weise miteinander bekannt und vertraut zu werden, ihren Erfahrungshintergrund vorzustellen und darzulegen, was sie sich vom Lehrgang erwarteten.
Wesentliche Inhalte des Einführungsseminars
- Kreislauf der Qualitätssicherung
- Qualitätszirkelkonzept
- Initiierung eines Qualitätszirkels – Motivierung von Teilnehmenden und Institutionen
- Organisatorische Aspekte: Strukturierung der ersten Treffen
- Sach- und subjektbezogene Selbstreflexion: die Arbeit am Fall
- Erfahrungen nachvollziehbar machen: Dokumentationsmethoden
- Praktische Hilfen und Unterstützungsmöglichkeiten für die Moderation
- Evaluation
Methodisches Vorgehen
Kurze Impulsreferate führten in die Kernthemen ein, während die intensive Kleingruppenarbeit den Teilnehmenden Raum gab, ihren jeweiligen Vorkenntnissen entsprechend diejenigen Probleme besonders zu akzentuieren, deren Klärung für sie vordringlich war. Dementsprechend wurden bei Beginn des Seminars Erwartungen und Befürchtungen erfragt, und ein Themenspeicher wurde gebildet, auf den bei Bedarf jederzeit zurückgegriffen werden konnte.
Die Kleingruppenarbeit orientierte sich thematisch weitgehend an den Schritten, die zum Aufbau eines eigenen Qualitätszirkels erforderlich waren. So wurden einzelne Qualitätszirkelsequenzen simuliert (z. B. „das erste Treffen“, „Themenwahl“, „Erstellung einer Problemliste“, „Definition von Qualitätskriterien“, „Auswahl einer geeigneten Dokumentationsmethode“). In einem Schnupperseminar wurde der Qualitätskreislauf auf der Basis aufbereiteter Daten von der Problemdefinition bis zur Entwicklung von Lösungsvorschlägen fallbezogen durchlaufen. Weiterhin erhielten die Teilnehmenden des Kurses die Möglichkeit, die Diskussion sowohl aus der Perspektive der Teilnehmenden als auch aus der Perspektive der Moderation zu erleben. Sie wurden darin eingeführt, wie mit einfachen Mitteln eigene Fälle nachvollziehbar gemacht und in der Gruppe so vorgestellt werden können, dass hilfreiche Problemlösungen erarbeitet werden können. Die Schulungsleitung konnte dabei als Modell dafür fungieren, wie die Moderationsrolle ausgeübt werden kann, und es bestand die Gelegenheit, die Aufgabe der Moderation selbst zu üben.
Im Rahmen des Einführungsseminars wurden die Dokumentations- und Evaluationsmaterialien vorgestellt und mit den Teilnehmenden individuelle Pläne für die Initiierung der Qualitätszirkel („Wie informiere ich über einen geplanten Qualitätszirkel?“; „Wen ansprechen?“; „Wie ansprechen?“) und für die Gestaltung der ersten Treffen erarbeitet. Die im jeweiligen Handlungsfeld vorliegenden Anknüpfungsmöglichkeiten und Hemmnisse wurden gezielt thematisiert sowie Unterstützungsmöglichkeiten erörtert. Die dabei entwickelten Perspektiven wurden dokumentiert und im Rahmen der folgenden Begleitseminare wieder zum Thema gemacht, so dass Beschreibung, Analyse und Bewertung des Entwicklungsprozesses ermöglicht werden konnten.1
Das Einführungsseminar fungierte damit insgesamt als inhaltliche Vorbereitung auf die künftige Moderatorentätigkeit und als Katalysator des Gruppenbildungsprozesses, der sozioemotionale Unterstützung und Intervisionsmöglichkeiten für die Moderierenden bietet.
Anmerkung
1 Beim Abschlussseminar wurde von Kursteilnehmenden und Schulungsleitung gemeinsam und zirkelbezogen Bilanz gezogen, sodass wechselseitig ein Feedback erfolgte. Die Wissenschaftliche Begleitung ermöglichte eine weiter gehende - auch lehrgangsübergreifende - Evaluation.
Begleit- und Abschlussseminare
Im Anschluss an das Einführungsseminar initiierten die Teilnehmenden des Lehrgangs ihre Qualitätszirkel, so dass sie bei den folgenden Begleitseminaren bereits über ihre eigenen Erfahrungen verfügten und diese zum Thema machen konnten. Die insgesamt fünf Begleitseminare wurden in vierteljährlichem Abstand durchgeführt und dauerten je eineinhalb Tage. Nach Ende der Modellphase wurde ein eineinhalbtägiges Abschlussseminar durchgeführt, in dessen Rahmen Bilanz gezogen wurde. Der Erfahrungsaustausch war eine notwendige und hilfreiche Unterstützung für die Moderierenden. Das Einführungsseminar fungierte als Starthilfe, war doch die jeweils individuelle Entwicklung nicht vorhersehbar, und die Moderierenden waren daher zur beständigen Improvisation gezwungen. Die fallbezogene – und das heißt hier: zirkelspezifische – Diskussion der jeweiligen Entwicklungen sowie von Unterstützungsmöglichkeiten war daher wesentlicher Bestandteil eines jeden Begleitseminars.
Supervision der Qualitätszirkelpraxis
Die Begleitseminare bestanden aus denselben Grundelementen wie das Einführungsseminar, doch wurden Fallvorstellungen und praktische Übungen dem jeweiligen Entwicklungsstand der Qualitätszirkel und ihrer Moderation angepasst. Eine wichtige Funktion der Begleitseminare bestand in der Supervision der Qualitätszirkelpraxis. Der bei den Seminaren ermöglichte Perspektivenwechsel vom Teilnehmenden zur/zum Moderierenden schaffte Abstand zur eigenen Moderation und half, deren Wirkung auf den eigenen Zirkel zu reflektieren. Die Bereitschaft zu aktiver Mitarbeit (Moderationsübungen, Präsentation eigener Fälle) war daher zwingende Teilnahmevoraussetzung. So wurden wesentliche Prinzipien des Qualitätszirkelkonzepts sowie Schwierigkeiten bei seiner Umsetzung immer wieder thematisiert. Der Wert objektivierter Protokolle leuchtete am Beispiel von Tonaufzeichnungen der Zirkeldiskussionen unmittelbar ein, wenn hier ausgewählte Passagen im Begleitseminar zur Diskussion gestellt werden, um Handlungsoptionen für die Moderierenden zu erarbeiten (vgl. Teil 5). Im Rahmen des Modellprojekts hat sich bestätigt, dass gerade diese beständige Vertiefung des IQZ-Konzepts zur Effektivierung der Gruppenarbeit beiträgt.
Themenschwerpunkte
Dem Einführungsseminar vergleichbar wurde auch bei den Begleitseminaren eine Themensammlung durchgeführt, und es wurden teilnehmerbezogene Schwerpunkte gesetzt. Darüber hinaus wurde von der Schulungsleitung jeweils mindestens ein Thema akzentuiert, das dem zu erwartenden Verlaufsrhythmus der Qualitätszirkel entsprach und von den Teilnehmenden nicht selbst aufs Programm gesetzt wurde. Damit waren (auch) die folgenden Themenschwerpunkte zu erwarten:
- Erstes Begleitseminar: Moderierende und Gruppe (schwierige Teilnehmende; Angst und Widerstände bei Moderierenden und Zirkelmitgliedern; mögliche Doppelrolle des/der Moderierenden; Co-Moderation; Coaching)
- Zweites Begleitseminar: Fall und Dokumentationsmethode. Hier sollte auch bereits teilnehmende Beobachtung als Instrument wechselseitigen Coachens entwickelt, gelernt und genutzt werden.
- Drittes Begleitseminar: Evaluation; Verlaufsanalyse (Zwischenbilanz)
- Viertes Begleitseminar: Umsetzbarkeit von Diskussionsergebnissen im Arbeitsalltag
- Fünftes Begleitseminar: Rückvermittlung der Arbeitsergebnisse an die Institutionen
- Abschlussseminar: Bilanz der IQZ-Arbeit, Darstellung und Diskussion der Ergebnisse, Vorbereitung der weiteren Implementation, Honorierung und Kosten
Ferner wurden in den Begleitseminaren ausgewählte Inhalte vertieft und analysiert. Im Abschlussseminar erfolgte eine erste gemeinsame, systematische Zusammenfassung der von den Teilnehmenden im Verlauf der IQZ diskutierten bzw. erarbeiteten internen Handlungsleitlinien.

