Werkstatt „Gute Praxis der Gesundheitsförderung in der Kita“
Zusammenarbeit mit Familien in belastenden Lebenslagen
Warum brauchen wir die Unterstützung der Eltern?
Familie und Kindertageseinrichtungen sind wichtige Lebenswelten von Kindern im Vorschulalter, fördern gemeinsam Fähigkeiten und Fertigkeiten. Da frühkindliche Bildung und Entwicklung immer in soziale Bezüge eingebunden ist, abhängig ist von den Bedingungen unter denen ein Kind aufwächst, stellt der Aufbau einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen Kindertageseinrichtung und Elternhaus eine zentrale Aufgabe für die pädagogischen Fachkräfte in den Einrichtungen dar. Dies war schon immer ein Thema in der Kita und doch seit die soziale Ungleichheit, insbesondere die Kinderarmut in Deutschland zunimmt, hat sich der Anspruch daran gewandelt. Ein gesellschaftliches Phänomen, das viele Erzieher/innen in Kindertagesstätten in ihrer täglichen Arbeit und ihrem pädagogischen Auftrag der frühkindlichen Bildung zunehmend vor Herausforderungen stellt. Um Chancengleichheit zu ermöglichen, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen ist es wichtig, die individuellen Voraussetzungen und vielfältigen Lebenslagen der Kinder und ihrer Familien wahrzunehmen und anzuerkennen.
Was sind die Grundvoraussetzungen einer erfolgreichen Zusammenarbeit?
Kindertageseinrichtungen und Familien öffnen sich füreinander, erkennen die Bedeutung der jeweils anderen Lebenswelt für das Kind an und teilen die Verantwortung für die Förderung der kindlichen Entwicklung und damit für das „Kindeswohl“. Grundvoraussetzung ist, dass Eltern als „Experten“ ihrer Kinder ernst genommen und in die gemeinsame Arbeit einbezogen werden. Doch gerade die Zusammenarbeit mit Familien in schwierigen Lebenslagen stellt viele Erzieher/innen in Kindertagesstätten in ihrer täglichen Arbeit und ihrem pädagogischen Auftrag der frühkindlichen Bildung zunehmend vor Herausforderungen. Oftmals werden nur die Belastungen wahrgenommen, geraten Ressourcen dieser Familien völlig aus dem Blick. Hier gilt es den Facettenreichtum familiärer Situationen anzuerkennen, eine wertschätzende Grundhaltung Kindern und Eltern gegenüber zu entwickeln und auf vorhandene Unterschiede einzugehen, ohne dabei Familien zu stigmatisieren.
Was kann die Werkstatt Kita leisten?
In der Praxis zeigt sich, dass gelebte Erziehungspartnerschaft nicht problemlos gelingt - die Vielzahl unterschiedlicher Lebenslagen und Lebensentwürfe eine große Herausforderung darstellen. Kennen Sie das? Es gibt viele gute Ideen in der Kita - und Eltern beteiligen sich nicht; es steht ein Gespräch mit Eltern an, das Kopfzerbrechen bereitet; schon ein zufälliges Zusammentreffen von Eltern und Fachkräften verursacht schlechte Stimmungen auf beiden Seiten…
Die Werkstatt Kita setzt an diesen Themen an, möchte zur Reflexion eigenen Erlebens ermutigen, Wege im Umgang mit der Vielfalt der Lebenslagen aufzeigen und Methoden für eine gesundheitsförderlichen Gestaltung der Lebenswelt Kita vermitteln.
Im gesamten Prozess der Werkstatt sind die Teilnehmenden selbst Expert/innen - können eigene Erfahrungen einbringen, gute Ansätze, Grenzen und Stolpersteine im kollegialen Austausch miteinander diskutieren.
Sie haben in den drei Werkstatt- Tagen die Möglichkeit…
- zur Reflexion der eigenen Arbeit
- zur Diskussion über Möglichkeiten und Grenzen des Dialoges mit Eltern
- zum Nachdenken über den Einfluss der Erziehungspartnerschaft für Bildungs- und Verwirklichungschancen von Kindern und deren Nutzen für das pädagogische Fachpersonal und die Familien
- zur Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Bedürfnissen von Familien
- zum Nachdenken über eigene Wert- und Normvorstellungen
- zur Diskussion über mögliche Kommunikationshindernisse und dem Erleben einer dialogischen Grundhaltung
- zur Auseinandersetzung mit Grundprinzipien einer erfolgreichen Zusammenarbeit, wie Niedrigschwelligkeit, Partizipation und Empowerment als Teil der Gesundheitsförderung in der Kita
- zur Ideensammlung für die Gestaltung der Lebenswelt Kita und der Verbesserung des psychischen und physischen Wohlbefindens von Kindern, Eltern und pädagogischem Personal
- zur Erarbeitung neue Ansätze von Bildungs- und Erziehungspartnerschaft anhand von praktischen Beispielen



