AktivA - Aktive Bewältigung von Arbeitslosigkeit
Wer soll erreicht werden?
- AktivA soll jedem Arbeitslosen ohne weitere Voraussetzungen dabei unterstützen, die Situation der Erwerbslosigkeit bestmöglich zu bewältigen
Wie wird die Zielgruppe erreicht?
- Es finden bundesweite Multiplikator/innen-Schulungen zur Verbreitung von AktivA statt
- Die Multiplikator/innen besitzen einen professionellen Zugang zur Zielgruppe und kommen aus Bereichen wie Bildungs- und Beschäftigungsträgern, Beratungsstellen, Vereinen, Initiativen etc.
- Erwerbslosen, die keinen Kontakt zu den beschriebenen Einrichtungen haben, konnten durch die AktivA-Trainings an der TU-Dresden (Werbeanzeigen in den kostenlosen Wochenzeitungen) erreicht werden
Methoden:
Grundlage für die Inhalte der Schulung bildet eine Kombination von bewährten Methoden aus den Bereichen Zeitmanagement, kognitive Umstrukturierung (Staveman, 2003), Training sozialer Kompetenzen (Hinsch & Pfingsten, 2002), Problemlösetechniken (D`Zurilla & Nezu, 2007), Stressbewältigung (Kaluza, 2002)
- Verknüpfung dieser Techniken und Programme mit Anwendungsbeispielen aus dem Bereich Erwerbslosigkeit
- Methoden-Mix aus Wissensvermittlung, Selbstreflexion, Erfahrungsaustausch, Rollenspiel und Gruppendiskussionen
- Standardisierung erfolgt über ein Trainingsmanual
Inhalt:
In der Schulung, die sich aus 4 Bausteinen zusammensetzt, werden folgende Themen behandelt:
Die Teilnehmer/innen dokumentieren zunächst ihre Aktivitäten in einem Wochenplan. In einem zweiten Schritt analysieren sie die Balance zwischen notwendigen und angenehmen Aktivitäten, zwischen körperlichen und geistigen Aktivitäten sowie individuellen und gemeinsamen Aktivitäten. Schließlich werden konkrete Veränderungsmöglichkeiten für den Trainingszeitraum erarbeitet.
Die Teilnehmer/innen hinterfragen ihre Denkweisen, prüfen diese auf ihren Wahrheitsgehalt und ihre Nützlichkeit und nehmen gegebenenfalls Veränderungen vor. Nützlichkeit wird hier daran gemessen, ob das Denken bei der Verwirklichung von Zielen und Wünschen behilflich ist. Als Voraussetzung sind die Teilnehmer/innen darin gefordert, ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen.
Tag 3: Soziale Kompetenzen und soziale Unterstützung
Folgende situationsspezifische Kompetenzen werden in diesem Baustein eingeübt:
1. Durchsetzen von Recht, 2. Herstellen neuer Kontakte, die mit der Lebensphase der Erwerbslosigkeit kompatibel sind (z.B. hinsichtlich Tagesrhythmus, finanziellen Möglichkeiten) und 3. Erhalt und Verbesserung bestehender Beziehungen, indem ein kontinuierlicher Prozess der Verständigung über die jeweiligen Ansprüche und Gefühle der Interaktionspartner angeregt wird. Schließlich wird auch das Wahrnehmen, Annehmen und Geben von sozialer Unterstützung thematisiert.
Tag 4: Systematisches Problemlösen
Dieser Baustein beginnt mit dem Initiieren von Zielfindungsprozessen und dem Ausräumen möglicher Zielkonflikte. Die Teilnehmer/innen erfahren zudem, wie sich durch die Anwendung von Entspannungstechniken Konzentration und Kreativität steigern lassen. Für die Suche nach möglichen Lösungsansätzen lernen die Teilnehmer die Methode des Brainstormings kennen. Die gesammelten Lösungsansätze werden schließlich nach Zielerreichungsgrad und Umsetzbarkeit geordnet, es werden Verantwortlichkeiten festgelegt und Unterstützer gesucht. Abschließend werden Techniken zum Überwinden von Hindernissen und zum Umgang mit Misserfolgen vermittelt.
Wer ist Träger des Angebotes?
- TU Dresden, Professur für Arbeits- und Organisationspsychologie:
Entwicklung des AktivA- Programms, Evaluation und Qualitätssicherung - Organisation der AktivA-Multiplikator/innenschulungen ab Oktober 2011 über http://www.wissensimpuls.de
Welche Kooperationspartner sind beteiligt?
- Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz (SMS)
- Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für die Programmevaluation
- AOK Nordost mit der Durchführung eines Pilotprojektes
- Kooperationsverbund „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“ und der Regionale Knoten Berlin
Was hat zu einer guten Zusammenarbeit beigetragen?
- Die Kooperation mit dem sächsischen Gesundheitsziel „Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen“ ermöglicht breite Öffentlichkeitsarbeit und systematischen Erfahrungsaustausch
- Mitarbeit in dem KNP-Netzwerk „Kooperation für nachhaltige Präventionsforschung“ schafft Austausch unter Fachkolleg/innen
- enge Zusammenarbeit von kassenzertifizierten Trainer/innen und Fachpersonal der Bildungs- und Beschäftigungsträger innerhalb des Pilotprojekt mit der AOK Nordost ermöglicht Kombination von Präventionswissen und Erfahrung im Umgang mit Erwerbslosen
Zusammengefasst: Die Bereitschaft zur Reflexion, zur Kommunikation, zur Vernetzung und das Bestreben, neue Zugänge zu vorhandenen Ressourcen zu bahnen, haben die Zusammenarbeit mit den Partnern entscheidend mit geprägt.
Wie wird das Programm finanziert?
- Einrichtungen in Sachsen: Zuschuss über die ESF-Richtlinie „Einzelbetriebliche Förderverfahren“
http://www.sab.sachsen.de/media/esf/frderbaustein_neu/Rili_SMS_SMUL_BBGS_GesundZiele.pdf - Fördermöglichkeit im gesamten Bundesgebiet über das Programm „Bildungsprämie“ http://www.bildungspraemie.info/
- Übernahme der Teilnahmegebühren durch den/die Arbeitgeber/in
- häufige Integration von AktivA als Qualifizierungsanteil in angebotene Maßnahmen im Bildungs- und Beschäftigungsbereich
Was sind förderliche Bedingungen?
- Berücksichtigung der Empfehlungen, die Erwerbslose anderen Erwerbslosen zur Bewältigung von Arbeitslosigkeit geben
- Klärung der Teilnehmererwartungen von Beginn an
- Bewertung der Trainingsinhalte und der Trainingsqualität durch die Teilnehmer/innen nach jeder Trainingseinheit ermöglicht Berücksichtigung der Bedürfnisse noch während des Trainings
- Ergebnisevaluation ermöglicht Abschätzung der erzielten Effekte, der Teilnehmerzufriedenheit, Qualitätssicherung und Optimierung des Trainings
- methodische Kenntnisse und Kenntnisse der Settings Arbeitsmarkt- und Gesundheitsförderung
- Zusammenarbeit mit diversen Trägern sowie die Integration in das Sächsische Gesundheitsziel „Gesundheitsförderung bei Erwerbslosen“
- Netzwerkkompetenzen sowie die Koordination von Kooperationsprojekten
- Gruppe der Teilnehmenden selbst fördert Austausch untereinander sowie das Kennenlernen von positiven Bewältigungsmöglichkeiten, ermöglicht Relativierung der eigenen Reaktionen auf die Erwerbslosigkeit und hebt die individuellen Stärken und Besonderheiten eines jeden Teilnehmers hervor
Inhalt
- In der Schulung, die sich aus 4 Bausteinen zusammensetzt, werden folgende Themen behandelt:
- Aktivitätenplanung
- Konstruktives Denken
- Soziale Kompetenzen und soziale Unterstützung
- Systematisches Problemlösen - Nähere Informationen unter http://poolux.psychopool.tu-dresden.de/aktiva/index.php?page=inhalte-und-methoden
Welche Herausforderungen gilt es zu meistern?
- hohe personelle Fluktuation: Kompetenzen zur Durchführung von AktivA können von den Einrichtungen in der Regel nicht dauerhaft vorgehalten werden
- AktivA muss explizit in der Maßnahmenkonzeption ausgewiesen werden, um in die Kalkulation einbezogen zu werden
- erforderliche Zeit für die Vor- und Nachbereitung des Trainings im Rahmen der Arbeitszeit: Umsetzung von AktivA ist teilweise abhängig vom privaten Engagement der Multiplikator/innen
- Organisatorisches: Bereitstellung ausreichender großer Gruppenräume mit Präsentationstechnik und anfällige Druckkosten für das Manuskript
- Hoch- oder Fachhochschulabschluss in Sozialpädagogik, Psychologie o.ä. als Voraussetzung für die Teilnahme an einer Multiplikator/innenschulung
Welche Aussagen können über die Wirksamkeit getroffen werden?
- statistisch bedeutsame Verringerung der psychischen und der körperlichen Beschwerden im Vergleich zu Erwerbslosen ohne Teilnahme an AktivA
- Effekte sind auch drei Monate nach Trainingsende noch nachweisbar, fallen jedoch geringer aus als unmittelbar nach dem Training
- AktivA sollte im Idealfall mit weiteren Angeboten kombiniert werden, die zeitnah an das Training anschließen. Die AOK Nordost ermöglicht den AktivA-Teilnehmer/innen die kostenlose Teilnahme an zertifizierten Präventionskursen
- Insbesondere männliche Erwerbslose konnten durch den Zugang über das Setting Beschäftigungsträger für die Teilnahme an Präventionsangeboten gewonnen werden
- AktivA kann zur Aktivierung genutzt werden, jedoch bedarf es Rahmenbedingungen, in denen Erwerbslose Gelegenheit haben, sich einzubringen
Wo gibt es ähnliche Maßnahmen?
- Ähnliche Kompetenzen zum Selbstmanagement werden im beruflichen Kontext vermittelt, richten sich allerdings eher an Führungskräfte
- AktivA kann gut mit anderen Gesundheitsförderungsangeboten aus den Bereichen Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung und Suchtprävention kombiniert werden sowie mit Angeboten zur Verhältnisprävention (wie z.B. Gesundheitszirkel bei Beschäftigungsträgern)
- Beratungsangebote können von den im Rahmen von AktivA vermittelten Kompetenzen profitieren
Besonderheiten
AktivA ist ein ressourcenorientierter Training, das Gesundheit als Lebenskompetenz vermittelt. Das Training bietet den Teilnehmer/innen eine Systematik, anhand derer sie gesundheitsförderliche Potenziale in verschiedenen Lebensbereichen analysieren und selbst Optimierungsmöglichkeiten entwickeln können.
Das Programm stärkt die Handlungskompetenz der Teilnehmer/innen beispielsweise durch die Anwendung systematischer Problemlösetechniken und ermöglicht damit eine Einflussnahme auf das unmittelbare Lebensumfeld.
Ein modularer Aufbau ermöglicht einen flexiblen Einsatz von AktivA.



