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AktivA - Aktive Bewältigung von Arbeitslosigkeit

  1. Überblick
  2. Zielgruppen
  3. Projektinhalte
  4. Kooperationen
  5. Erkenntnisse

Welche Ziele werden angestrebt?

  • Stärkung der psycho-sozialen Ressourcen von Erwerbslosen
  • Erhalt der Handlungsfähigkeit
  • Vermittlung von Bewältigungskompetenzen
  • Unterstützung bei der Umsetzung gesundheitsförderlichen Verhaltensweisen während der Erwerbslosigkeit
  • Verringerung der gesundheitlichen Beschwerden von Erwerbslosen

Um welche Art von Maßnahme handelt es sich?

  • Qualifizierungsangebot und Gesundheitsförderungsprogramm für Erwerbslose, das kognitiv-behaviorale Kompetenzen zur Bewältigung von Erwerbslosigkeit vermittelt.

Worum geht es bei dem Angebot?

Die AktivA-Schulung, welche sich i.d.R. über 4 Tage (24 Stunden) erstreckt, umfasst:

  • Gestaltung des Tagesablaufes zur Verbesserung des eigenen Wohlbefindens
  • Vermittlung, wie Gedanken das Erreichen von Zielen unterstützen können
  • Stärkung der sozialen Kompetenzen, die zum Durchsetzen von Recht, zur Kommunikation in Beziehungen und zur Netzwerkgestaltung genutzt werden können
  • Auseinandersetzung mit Hindernissen und Misserfolgen im Rahmen systematischer Problemlösung  

Wo findet das Angebot statt?

  • häufige Integration von AktivA in den Qualifizierungsanteil von Beschäftigungsmaßnahmen nach SGB-II
  • weitere Settings, in denen Erwerbslose gut erreichbar sind:  Beratungsstellen, Vereine und Initiativen
  • Angebot von AktivA an der TU Dresden durch die Förderung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz
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  2. Zielgruppen
  3. Projektinhalte
  4. Kooperationen
  5. Erkenntnisse

Wer soll erreicht werden?

  • AktivA soll jedem Arbeitslosen ohne weitere Voraussetzungen dabei unterstützen, die Situation der Erwerbslosigkeit bestmöglich zu bewältigen

Wie wird die Zielgruppe erreicht?

Foto von Netzwerk Mittweida
  • Es finden bundesweite Multiplikator/innen-Schulungen zur Verbreitung von AktivA statt
  • Die Multiplikator/innen besitzen einen professionellen Zugang zur Zielgruppe und kommen aus Bereichen wie Bildungs- und Beschäftigungsträgern, Beratungsstellen, Vereinen, Initiativen etc.
  • Erwerbslosen, die keinen Kontakt zu den beschriebenen Einrichtungen haben, konnten durch die AktivA-Trainings an der TU-Dresden (Werbeanzeigen in den kostenlosen Wochenzeitungen) erreicht werden
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  5. Erkenntnisse

Methoden:

Grundlage für die Inhalte der Schulung bildet eine Kombination von bewährten Methoden aus den Bereichen Zeitmanagement, kognitive Umstrukturierung (Staveman, 2003), Training sozialer Kompetenzen (Hinsch & Pfingsten, 2002), Problemlösetechniken (D`Zurilla & Nezu, 2007), Stressbewältigung (Kaluza, 2002)

  • Verknüpfung dieser Techniken und Programme mit Anwendungsbeispielen aus dem Bereich Erwerbslosigkeit
  • Methoden-Mix aus Wissensvermittlung, Selbstreflexion, Erfahrungsaustausch, Rollenspiel und Gruppendiskussionen
  • Standardisierung erfolgt über ein Trainingsmanual

Inhalt:

In der Schulung, die sich aus 4 Bausteinen zusammensetzt, werden folgende Themen behandelt:

Tag 1: Aktivitätenplanung

Die Teilnehmer/innen dokumentieren zunächst ihre Aktivitäten in einem Wochenplan. In einem zweiten Schritt analysieren sie die Balance zwischen notwendigen und angenehmen Aktivitäten, zwischen körperlichen und geistigen Aktivitäten sowie individuellen und gemeinsamen Aktivitäten. Schließlich werden konkrete Veränderungsmöglichkeiten für den Trainingszeitraum erarbeitet.


Tag 2: Konstruktives Denken

Die Teilnehmer/innen hinterfragen ihre Denkweisen, prüfen diese auf ihren Wahrheitsgehalt und ihre Nützlichkeit und nehmen gegebenenfalls Veränderungen vor. Nützlichkeit wird hier daran gemessen, ob das Denken bei der Verwirklichung von Zielen und Wünschen behilflich ist. Als Voraussetzung sind die Teilnehmer/innen darin gefordert, ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen.


Tag 3: Soziale Kompetenzen und soziale Unterstützung

Folgende situationsspezifische Kompetenzen werden in diesem Baustein eingeübt:
1. Durchsetzen von Recht, 2. Herstellen neuer Kontakte, die mit der Lebensphase der Erwerbslosigkeit kompatibel sind (z.B. hinsichtlich Tagesrhythmus, finanziellen Möglichkeiten) und 3. Erhalt und Verbesserung bestehender Beziehungen, indem ein kontinuierlicher Prozess der Verständigung über die jeweiligen Ansprüche und Gefühle der Interaktionspartner angeregt wird. Schließlich wird auch das Wahrnehmen, Annehmen und Geben von sozialer Unterstützung thematisiert.


Tag 4: Systematisches Problemlösen

Dieser Baustein beginnt mit dem Initiieren von Zielfindungsprozessen und dem Ausräumen möglicher Zielkonflikte. Die Teilnehmer/innen erfahren zudem, wie sich durch die Anwendung von Entspannungstechniken Konzentration und Kreativität steigern lassen. Für die Suche nach möglichen Lösungsansätzen lernen die Teilnehmer die Methode des Brainstormings kennen. Die gesammelten Lösungsansätze werden schließlich nach Zielerreichungsgrad und Umsetzbarkeit geordnet, es werden Verantwortlichkeiten festgelegt und Unterstützer gesucht. Abschließend werden Techniken zum Überwinden von Hindernissen und zum  Umgang mit Misserfolgen vermittelt.

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  4. Kooperationen
  5. Erkenntnisse

Wer ist Träger des Angebotes?

  • TU Dresden, Professur für Arbeits- und Organisationspsychologie:
    Entwicklung des AktivA- Programms, Evaluation und Qualitätssicherung
  • Organisation der AktivA-Multiplikator/innenschulungen ab Oktober 2011 über http://www.wissensimpuls.de

Welche Kooperationspartner sind beteiligt?

  • Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz (SMS)
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für die Programmevaluation
  • AOK Nordost  mit der Durchführung eines Pilotprojektes
  • Kooperationsverbund „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“ und der Regionale Knoten Berlin

Was hat zu einer guten Zusammenarbeit beigetragen?

  • Die Kooperation mit dem sächsischen Gesundheitsziel „Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen“ ermöglicht breite Öffentlichkeitsarbeit und systematischen Erfahrungsaustausch
  • Mitarbeit in dem KNP-Netzwerk „Kooperation für nachhaltige Präventionsforschung“ schafft Austausch unter Fachkolleg/innen
  • enge Zusammenarbeit von kassenzertifizierten Trainer/innen und Fachpersonal der Bildungs- und Beschäftigungsträger innerhalb des  Pilotprojekt mit der AOK Nordost ermöglicht Kombination von Präventionswissen und Erfahrung im Umgang mit Erwerbslosen

Zusammengefasst: Die Bereitschaft zur Reflexion, zur Kommunikation, zur Vernetzung und das Bestreben, neue Zugänge zu vorhandenen Ressourcen zu bahnen, haben die Zusammenarbeit mit den Partnern entscheidend mit geprägt.

Wie wird das Programm finanziert?

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Was sind förderliche Bedingungen?

  • Berücksichtigung der Empfehlungen, die Erwerbslose anderen Erwerbslosen zur Bewältigung von Arbeitslosigkeit geben
  • Klärung der Teilnehmererwartungen von Beginn an
  • Bewertung der Trainingsinhalte und der Trainingsqualität durch die Teilnehmer/innen nach jeder Trainingseinheit ermöglicht Berücksichtigung der Bedürfnisse noch während des Trainings
  • Ergebnisevaluation ermöglicht  Abschätzung der erzielten Effekte, der Teilnehmerzufriedenheit, Qualitätssicherung und Optimierung des Trainings
  • methodische Kenntnisse und Kenntnisse der Settings Arbeitsmarkt- und Gesundheitsförderung
  • Zusammenarbeit mit diversen Trägern sowie die Integration in das Sächsische Gesundheitsziel „Gesundheitsförderung bei Erwerbslosen“
  • Netzwerkkompetenzen sowie die Koordination von Kooperationsprojekten
  • Gruppe der Teilnehmenden selbst fördert Austausch untereinander sowie das Kennenlernen von positiven Bewältigungsmöglichkeiten, ermöglicht Relativierung der eigenen Reaktionen auf die Erwerbslosigkeit und hebt die individuellen Stärken und Besonderheiten eines jeden Teilnehmers hervor

Inhalt

Welche Herausforderungen gilt es zu meistern?

  • hohe personelle Fluktuation: Kompetenzen zur Durchführung von AktivA können von den Einrichtungen in der Regel nicht dauerhaft vorgehalten werden
  • AktivA muss explizit in der Maßnahmenkonzeption ausgewiesen werden, um in die Kalkulation einbezogen zu werden
  • erforderliche Zeit für die Vor- und Nachbereitung des Trainings im Rahmen der Arbeitszeit: Umsetzung von AktivA ist teilweise abhängig vom privaten Engagement der Multiplikator/innen
  • Organisatorisches: Bereitstellung ausreichender großer Gruppenräume mit Präsentationstechnik und anfällige Druckkosten für das Manuskript
  • Hoch- oder Fachhochschulabschluss in Sozialpädagogik, Psychologie o.ä. als Voraussetzung für die Teilnahme an einer Multiplikator/innenschulung

Welche Aussagen können über die Wirksamkeit getroffen werden?

  • statistisch bedeutsame Verringerung der psychischen und der körperlichen Beschwerden im Vergleich zu Erwerbslosen ohne Teilnahme an AktivA
  • Effekte sind auch drei Monate nach Trainingsende noch nachweisbar, fallen jedoch geringer aus als unmittelbar nach dem Training
  • AktivA sollte im Idealfall mit weiteren Angeboten kombiniert werden, die zeitnah an das Training anschließen. Die AOK Nordost ermöglicht den AktivA-Teilnehmer/innen die kostenlose Teilnahme an zertifizierten Präventionskursen
  • Insbesondere männliche Erwerbslose konnten durch den Zugang über das Setting Beschäftigungsträger für die Teilnahme an Präventionsangeboten gewonnen werden
  • AktivA kann zur Aktivierung genutzt werden, jedoch bedarf es Rahmenbedingungen, in denen Erwerbslose Gelegenheit haben, sich einzubringen

Wo gibt es ähnliche Maßnahmen?

  • Ähnliche Kompetenzen zum Selbstmanagement werden im beruflichen Kontext vermittelt, richten sich allerdings eher an Führungskräfte
  • AktivA kann gut mit anderen Gesundheitsförderungsangeboten aus den Bereichen Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung und Suchtprävention kombiniert werden sowie mit Angeboten zur Verhältnisprävention (wie z.B. Gesundheitszirkel bei Beschäftigungsträgern)
  • Beratungsangebote können von den im Rahmen von AktivA vermittelten Kompetenzen profitieren

Besonderheiten

AktivA ist ein ressourcenorientierter Training, das Gesundheit als Lebenskompetenz vermittelt. Das Training bietet den  Teilnehmer/innen eine Systematik, anhand derer sie gesundheitsförderliche Potenziale in verschiedenen Lebensbereichen analysieren und selbst Optimierungsmöglichkeiten entwickeln können.
Das Programm stärkt die Handlungskompetenz der Teilnehmer/innen beispielsweise durch die Anwendung systematischer Problemlösetechniken und ermöglicht damit eine Einflussnahme auf das unmittelbare  Lebensumfeld.

Ein modularer Aufbau ermöglicht einen flexiblen Einsatz von AktivA.

Logo der Bundeszentrale für gesundheitlicheAufklärung
Logo der Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.

Kontakt AktivA

Dipl.-Psych. Susann Mühlpfordt

Kontakt per Email

Technische Universität Dresden
Fachrichtung Psychologie
Professur für Arbeits- und Organisationspsychologie
01062 Dresden

Telefon: 0351/ 463 36940
Fax: 0351/ 463 33589

Praxisdatenbank

Informationen über AktivA finden Sie auch im entsprechenden Eintrag in der Praxisdatenbank.

…weiter

WissensImpuls Infomappe

Hier können Sie die Info­mappe bezüglich der AktivA-Multipli­ka­to­ren­aus­bildung als PDF-Dokument (1,83 MB) herunterladen.

Ansprechpartner

Stefan Bräunling, Ihren Ansprechpartner zum Thema Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen, erreichen Sie hier.

Fusszeile

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Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 55 Partnerorganisationen an.
BZgA / Ostmerheimer Str. 220 / 51109 Köln / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300
Die BZgA ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.