Pressemitteilungen
15.06.2000
"Alkohol. Verantwortung setzt die Grenze"
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung startet heute die Kampagne
Unter dem Motto "Alkohol. Verantwortung setzt die Grenze" tritt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Alltagsdroge Alkohol ein. Das generelle Vorbildverhalten von Erwachsenen und die Punktnüchternheit, d.h. in bestimmten Situationen z.B. beim Autofahren, bei der Arbeit sowie in der Schwangerschaft auf Alkohol zu verzichten, sind wesentliche Inhalte der Kampagne zur Vorbeugung des Missbrauchs von Alkohol. Auftakt dieser langfristig angelegten Aktion bildet die Broschüre "Alles klar? - Tipps und Informationen für den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol".
Die Leser der Broschüre können ihren persönlichen Umgang mit Alkohol überprüfen. Ausgehend von einem Test "grün, gelb, orange oder rot?" kann jeder/jede nach dem Ampelmodell herausfinden, wo im Spektrum zwischen risikoarm, riskant, schädlich oder abhängig er/sie sich persönlich befindet. Dabei werden die meist zwar allgemein bekannten, aber im persönlichen Umgang oft verdrängten Risiken des Alkoholkonsums bewusst gemacht. So informiert die Broschüre z.B. über kritische Konsummengen oder über den Alkoholgehalt unterschiedlicher alkoholischer Getränke und stellt klar, dass die Selbsteinschätzung des eigenen Trinkens häufig einer kritischen Selbstüberprüfung anhand des Fragenkatalogs nicht standhält. Darüber hinaus zeigt die BZgA konstruktive Wege auf, wie Menschen gesundheitsschädliche Trinkgewohnheiten durchbrechen und dauerhaft ändern können. Für unterschiedliches, riskantes Trinkverhalten werden spezifische Empfehlungen gegeben und Trinkregeln vorgeschlagen. Ein weiterer wichtiger Baustein sind Informationen zur Selbsthilfe, z.B. über Entspannungstechniken, den Umgang mit Konflikten aber auch die Hinweise auf Beratungs- und Hilfsangebote. Das Suchtberatungstelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter der Telefon-Nummer 0221 - 89 20 31 ist montags bis donnerstags von 10.00 Uhr bis 22.00 Uhr und freitags bis sonntags von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr besetzt.
Um eine breite öffentliche Aufmerksamkeit auf das Thema Alkoholprävention zu lenken, wird die "Alles klar-Broschüre" um zwei Plakatmotive ergänzt:
- "Klar", meinem Flitzer zuliebe
- "Klar", meinem Emil zuliebe
Mit diesen Plakaten tritt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bundesweit für Nüchternheit beim Autofahren und beim Umgang mit Kindern ein.
Im ersten Schritt der Kampagne "Alkohol. Verantwortung setzt die Grenze" werden gezielt solche Medien eingesetzt, die sich an Erwachsene richten. Denn für Kinder und Jugendliche ist das Alkoholtrinken oft ein Symbol des Erwachsenseins. Aus diesem Grund soll gerade den Eltern die Verantwortung aufgrund ihres Vorbildverhaltens und ihres Umganges mit Alkohol in der diesjährigen Aktion bewusst gemacht werden.
Im kommenden Jahr wird die Bundeszentrale die Kampagne um zwei Beratungsleitfäden ergänzen: "Frühintervention bei riskantem Alkoholkonsum" wird eine praktische Hilfe für Ärzte, "Alkohol und Schwangerschaft" wird den Gynäkologen und Hebammen zur Verfügung gestellt werden.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung will mit dieser Kampagne die Umsetzung des Alkohol-Aktionsplans, den alle Bundesländer gemeinsam beschlossen haben, unterstützen. Während Bremen bereits ein Aktionsbündnis "Alkohol - Verantwortung setzt die Grenze" gegründet hat, wird in Niedersachsen das "Bündnis für Verantwortung - weniger Alkohol, mehr Genuss" in Zukunft die Kampagnenelemente der BZgA einsetzen. Ziel ist es, dass möglichst viele Bundesländer sich tatsächlich an der Präventionskampagne beteiligen.
"Die Zahl der Menschen in Deutschland, bei denen eine Alkoholabhängigkeit oder ein Alkoholmissbrauch vorliegt, wird auf ca. 4,3 Millionen geschätzt, die Kosten durch alkoholbedingte Krankheiten auf knapp 40 Milliarden DM pro Jahr", erklärt Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
"Gemeinschaftsaktionen von Bund, Ländern und Verbänden sind notwendig, um diese Zahlen zu reduzieren. Mit unserer Kampagne "Alkohol. Verantwortung setzt die Grenze" will die BZgA den kritischen Umgang mit dem Alkoholkonsum fördern und Impulse für Gemeinschaftsaktionen möglichst vieler Partner im Gesundheitswesen und in der Gesellschaft geben", so Dr. Pott weiter.
Broschüre und Plakate sind kostenlos zu beziehen bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 51101 Köln, Fax: 0221-8992257, e-mail: order@bzga.de